#3 "Schönheit findet im Gehirn statt" – Peter Grundmann
Shownotes
Für Peter Grundmann ist Architektur ein Aushandlungsort – zwischen Konstruktion und Aneignung, zwischen knappen Budgets und großer Wirkung, zwischen Fachdiskurs und öffentlicher Wahrnehmung. Als Architekt, Urban Planner und ehemaliger Schiffbauer arbeitet er konsequent an den Rändern der etablierten Baukultur und versteht Konflikte als notwendigen Bestandteil eines guten Diskurses.
Wir sprechen mit ihm über sein mit dem DAM-Preis 2026 ausgezeichnetes Projekt für das ZK/U in Berlin-Moabit, über Bauen aus dem Bestand, sichtbare Konstruktion und Selbstbau als pragmatische Antwort auf knappe Mittel. Besonders die kontroverse Kritik aus Leitmedien – Stichwort „Abwesenheit von Schönheit" – wird zum Anlass, über Lesarten von Architektur, über entprogrammierte Räume und über die Rolle der Architektenschaft in einer ökonomisierten Stadt nachzudenken. Ein Gespräch über Hinterbühnen statt Ikonen, über Reibung als Qualität – und darüber, warum echter Diskurs erst dort beginnt, wo Ästhetiken aufeinanderprallen.
"Konflikträume" ist ein Produkt von BauNetz CAMPUS gemeinsam mit Kerstin Kuhnekath. Host und Produktion: Kerstin Kuhnekath Redaktion und Text: Katharina Lux
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Transkript anzeigen
00:00:00: Damit hat er ja nicht recht.
00:00:01: Wenn wir nicht so unterschiedlicher Meinung wären, dann wird es ja gar keine Diskussion geben.
00:00:04: also das ist gut dass es die gibt.
00:00:06: Ich mag auch keine Diskussionen wo alle nur nicken und sich freuen dass sie alle einer Meinung sind.
00:00:10: Das macht ja keinen Spaß.
00:00:12: Für den Fachplaner waren wir natürlich eine Zumutung Weil der konnte sich mit dem operativen Handeln nicht anfreunden.
00:00:17: Dass wir sagen Ja wir versuchen morgen was Und können dir übermorgen sagen wie du da weiter machen kannst.
00:00:23: Das wollte er nicht.
00:00:23: Herzlich
00:00:24: willkommen zu Konflikträume Einem Podcast von Baunats Campus Präsentiert von AIA.
00:00:30: Konflikte gehören zum Alltag in der Architektur, auf der Baustelle im Büro, im Gespräch mit AuftraggeberInnen oder Behörden.
00:00:37: Und trotzdem sprechen wir erstaunlich selten offen darüber!
00:00:41: In diesem
00:00:42: Podcast geht es genau darum, Konflikte sichtbar zu machen und wie man mit ihnen umgeht... Was passiert, wenn unterschiedliche Interessen aufeinandertreffen?
00:00:52: Wann lohnt es sich nachzugeben und wann nicht – und wie kann man Konflikte so führen, dass am Ende nicht nur ein Kompromiss steht sondern vielleicht sogar eine bessere Lösung.
00:01:02: Ich spreche dazu mit Menschen aus Architekturpraxis und Akademia über konkrete Situationen aus ihrem Berufsalltag!
00:01:16: Herzlich willkommen im Baunetzkampus.
00:01:17: Podcast Konflikträume Peter Grundmann.
00:01:20: Ich stelle dich erst mal vor, du bist Architekt, Urbanplanner und Filmemacher, Gründer von Peter Grundman-Architekten in Berlin Und du wurdest mit dem Dampreis ausgezeichnet für den Umbau, das Zentrum für Kunst und Urbanistik in Berlin Moabit.
00:01:39: Das hat eine kontroverse Debatte losgetreten.
00:01:43: Darüber möchte ich heute mit dir sprechen über diese Konflikte, die da schön drinstecken oder schön sei dahin gesagt.
00:01:50: Über Schönheit sprechen wir auf jeden Fall auch erst einmal zu deinem Hintergrund!
00:01:54: Du hast zunächst Ingenieurwesen studiert Und im Schiffsbau gearbeitet.
00:01:59: Wie bist du denn zur Architektur gekommen und wie prägt dein Hintergrund im Schiffsbau deiner Arbeit als Architek?
00:02:05: Also ich habe Schifffahrt studiert, das auch absolviert und dann nur ein halbes Jahr in der Werft gearbeitet und gemerkt, wie eng und determinierte Strukturen dort funktionieren und habe durch eine Freundschaft den Zugang zum Bauwesen bekommen hat mich dafür sehr interessiert, hab mir Bücher gekauft von Mies van Rohe also mein Bruders Künstler.
00:02:26: Ich bin jetzt so ein bisschen vorbelastet, was das angeht.
00:02:28: Also Corbusier habe ich dann auch gekauft und so.
00:02:30: Und da hab' ich praktisch vor dem Studium schon gebaut... ...weil ich hab mit vier Neunzig angefangen zu studieren... ...und zwei neunzig-dreinneunzig hatten wir schon Projekte.
00:02:39: Und hab' dann aber gemerkt ohne Studien geht's nicht!
00:02:42: Dann hab' noch mal studiert.
00:02:44: Hast du einen besonderen Blick auf die Architektur?
00:02:47: Also eher konstruktiv, technisch hast du einen Schwerpunkt?
00:02:52: Na also man... Bekommt schon als Ingenieurstudium anderen Zugang zu Statik und Konstruktion, da wird man viel mehr gequält im Studium.
00:03:01: Ich habe es ja dann später in der Architekturstimmung gemerkt dass das Niveau natürlich überhaupt gar nicht vergleichbar ist was aber eigentlich sehr vom Vorteil ist wenn man die Konstruktionen, das machen wir übrigens auch so.
00:03:12: Wir planen die eigentlich immer zu hundert Prozent schon vor, dimensionieren sie auch und lassen die dann natürlich – weil es Pflicht ist – durch ein Statiker nochmal rechnen.
00:03:21: Also es gibt da noch mal eine richtige Statikerarbeit, denen nehmen wir schon eine Menge Entwurfsarbeit ab.
00:03:26: Und das kann man natürlich nur wenn man sich mit sowas ein bisschen gut auskennen
00:03:30: kann.
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00:04:24: Ende Also allgemein gefragt, findest du?
00:04:26: ArchitektInnen sollten generell mehr darüber wissen?
00:04:29: Ja.
00:04:30: Das würde die Arbeit erleichtern und wir arbeiten ja auch sehr konstruktiv.
00:04:34: also das siehst Du hier im Raum jetzt alles offen.
00:04:37: die Fachwerkträger sind zu sehen dahinter ist die Ruhewand.
00:04:42: Riesenstall Träger zu sehen.
00:04:44: Die stützen.
00:04:45: Alles
00:04:45: ist komplett offen auch die Stahlkonstitutionen die wir jetzt durch die Fassade sehen.
00:04:49: Alles ist offen und man kann tatsächlich den Gebäude ansehen wie es hält, also wie die vertikalen Lasten abgetragen werden.
00:05:00: Wie die Windlast abgetragend wird.
00:05:01: Das ist alles sichtbar.
00:05:02: Also das Haus hat narrative Eigenschaften.
00:05:05: Ja.
00:05:05: Es geht ja dann weiter weil auch die Materialien roh belassen wurden und auch die Fügung zwischen den unterschiedlichen Materialien oder zwischen alt und neu – das ist alles roh und bleibt eigentlich auf Ewigkeit sichtbares.
00:05:18: Also es erzählt von den Lasten, die es abzutragen
00:05:21: hat?
00:05:22: Es erzählt natürlich auch vom Entwurf.
00:05:23: Weil das sind ja alle Entscheidungen, die getroffen wurden also wie die Konstektion wo sie steht und wie sie gebaut wird usw.
00:05:30: Das ist alles sichtbar.
00:05:31: Also jeder Pfügelpunkt, alles ist zu sehen.
00:05:33: Genau!
00:05:34: Und man sieht auch genau welche, so wie die Entscheidungen getroffen worden was sichtba bleibt und was nicht sichtbaar ist.
00:05:40: Also sozusagen...
00:05:41: Also wie zählst du, dass in der reine Sanitäröme sind natürlich nicht siktbar aber ansonsten ist hier eigentlich alles suchtbar.
00:05:48: Gut, dass du das noch mal sagst.
00:05:51: Also ich sage nochmal es gab ja viele Berichte über das Projekt selber.
00:05:55: Wir wollen da gar nicht so ganz tief einsteigen über die Architektur sondern wir wollen über den Konflikt sprechen.
00:06:01: Ich sage Das ZKU ist eine Erweiterung eines ehemaligen Güterbahnhofs der als offener Kulturort genutzt wurde bereits und der vergrößert werden sollte.
00:06:12: Raum war zu klein Und zwar mit sehr geringen Budget.
00:06:16: Würdest du mal netterweise das Projekt aus deiner Perspektive beschreiben, nicht nur räumlich sondern auch den Prozess?
00:06:23: Also welche Situationen oder Momente werden Planung und Bau dir besonders im Gedächtnis geblieben sind.
00:06:32: Ja ich kann ja ganz von vorn anfangen als Sklaver dass wir das machen sollen gab es dann natürlich Treffen mit dem Bauherren, also lange Gespräche und das sind ja jetzt gibt es drei Gründungsmitglieder.
00:06:44: Ansonsten ist eine sehr, sehr flache Hierarchie hier Und dann gab's mit den dreien und noch zwei anderen Leuten die immer noch da sind auch erst mal vier Stunden Gespräche über Gott in die Welt.
00:06:55: Da gab es natürlich noch gar kein Strich auf dem Papier und dann haben wir uns irgendwann wieder getroffen.
00:07:00: Dann gab es denn diese Striche und Die waren sofort dafür haben eigentlich überhaupt gar nicht eingegriffen, sind ja auch alles selber Künstler.
00:07:12: Und auch im Stress die ganze Zeit ist es ein sehr großer Vorteil wenn der Bauherr mit seinen eigenen Dingen viel zu tun hat.
00:07:21: und dann war das Konzept so ich habe sofort gemerkt... während der Entwurfsphase aufgehalten.
00:07:28: Das ist ein sehr wilder Haufen, es ist sehr energetisch die Leute sind immer in Hektik ständig neue Gesichter immer irgendwo steht Kunst drum oder wird gerade gebaut oder abgebaut.
00:07:38: also sehr interessant für uns.
00:07:40: Und dann war klar, so ein wildes Gewitter in der Architektur wollen wir hier gar nicht machen.
00:07:44: Das findet ja sowieso jeden Tag statt.
00:07:46: Wir wollen eigentlich nur den Background machen – also die Hinterbühne des Theaters.
00:07:49: Die Theaters sind die selber und wir bauen nur noch die Hinter bühne.
00:07:52: Deswegen sieht ja alles ein bisschen roh aus, die Decken mit viel Infrastruktur besetzt usw.
00:07:58: Also... Und?
00:08:00: Dann kommt natürlich die alte Architeektur dazu, die wir auch überhaupt gar nicht antasten wollten, einschließlich der Graffiti ist.
00:08:06: Alles sollte so bleiben wie Das war, als ich es vorgewonnen habe.
00:08:10: Und das ist auch so geblieben.
00:08:11: Es war ein gewisser Kampf.
00:08:13: die Graffiti sollten zum Beispiel alle entfernt werden Die Wände sollten begradigt und gesäubert und verschönert werden.
00:08:22: Das konnten wir alles verhindern.
00:08:24: Ja, das klingt ja relativ konfliktfrei.
00:08:28: Hast du gab es denn konkrete Situationen im Entwurfs- oder Bauprozess?
00:08:32: Oder Momente in denen irgendwie Konflikte aufgetreten sind.
00:08:37: Also ich wollte erst fragen zu deiner Haltung, aber offensichtlich wart ihr euch ja ziemlich einig?
00:08:41: Ja wir waren uns ziemlich einIG.
00:08:44: natürlich gab es jeden Tag Konflikte hier.
00:08:46: Es war ein sehr schwieriger Bau.
00:08:48: also das ist schon schwierig ein Haus um anderes Haus zu setzen.
00:08:51: Wir mussten ja Fundamente herstellen im Keller unter den bestehenden Wänden und so weiter.
00:08:56: Aber ich glaube die waren Ich habe jeden tag mit denen auch über die Architektur diskutiert Fragen aufkommen, brauchen wir das.
00:09:06: Also auch die Interferenz, die er stattfindet... also die Energie des Gebäudes bildet sich ja bis in den Park oder auf der anderen Seite bis in die Stadt hinein ab.
00:09:15: Das heißt es gibt da die Laubengänge davor gibt's noch die Treppen, die wenn ihr jeden Tag benutzt und dahinter dann die Glasfaser hat, dann die Innenräume und alles schichtet sich hintereinander auf und wird dann eine totale intensive Gemengelage, die Hardwaren und die Software.
00:09:29: Die Leute werden Architektur Die Architektur funktioniert nur, wenn hier richtig betrieb ist.
00:09:35: Dann wird es erst richtig schön!
00:09:38: Ja, und vor allem weil du jetzt eben auch Hintergrund gesagt hast.
00:09:40: Das heißt wenn man selber in diesem Raum sitzt zum Beispiel im Hintergrund laufen dann Leute vorbei und sind ja ganz eigenen Dingen.
00:09:47: also es ist sehr lebendig.
00:09:48: Und grüßen kurz so wie eben und fahren da mit ein paar Stücke wieder nach unten usw.
00:09:53: Ja das ist alles interessant weil die Leute können hier in aller Ruhe arbeiten aber trotzdem in gewisser Weise durch die Architektur miteinander verbunden.
00:10:03: Auch die Besucher?
00:10:06: denn im Planungs- und Bauprozess so vielleicht mal eine beispielhafte Situation, wo es brenzlig wurde was ihr dann aber auch gut gelöst habt?
00:10:14: Also am Ende haben wir natürlich das Gebäude realisiert.
00:10:16: Deswegen ist alles gut gelösst.
00:10:17: Sowieso gut
00:10:18: ergut gelöscht ja!
00:10:19: Aber die ganze Baustelle war sehr konfliktreich würde ich sagen weil hier auch Fachplaner beteiligt waren, die unsere Denkweise nicht mittragen konnten.
00:10:32: also dieses entwerfen, dann haben wir auch selber gebaut.
00:10:37: Dann auch wieder abreißen was wir gerade gemacht haben weil wir gesehen haben sieht doch nicht so aus wie wir es dachten und so weiter.
00:10:42: also das korrigieren während der Bauphase das hat einige schon sehr nervös gemacht.
00:10:47: Wie soll das ausgehen?
00:10:48: Wie soll dass irgendwann mal fertig werden?
00:10:51: Besonders zum Beispiel die Heizung sanitären Fachplanungen Da hatten wir sehr viele Konflikte, weil im Erdgeschoss sieht man diese riesengroßen Kanäle.
00:11:00: Das Gebäude ist ja für twelvehundert Leute ausgelegt.
00:11:03: also die Veranstaltungsrichtlinie gilt hier.
00:11:06: das muss also im Brandfall entrauchen können innerhalb von Sekunden.
00:11:11: deswegen diese Riesenanlagen und die waren mir in Dornen im Auge.
00:11:15: ich mag eigentlich Loteckgebäude lieber als die über überbordenden Techniken in den Gebäuden.
00:11:23: Aber das ging hier nicht anders und da gab es natürlich auf jeden Fall Kampfen.
00:11:25: Ja, ich meine wir wissen ja durch den Berliner Flughafen BR was Rauchanlagen anstellen
00:11:32: können.
00:11:32: Überhaupt da gings auch um die gesamte Brandschutzanlage?
00:11:35: Ja
00:11:35: genau.
00:11:37: Das war hier auch sehr kompliziert.
00:11:40: dabei ist sich das ein bisschen weil unser Konzept war ja darauf angelegt.
00:11:43: wir haben ja keine Montagedecken, also doppelte Deckenwut des Materials.
00:11:48: Also die Leitungen drin ist stecken alles ist sehr sichtbar.
00:11:51: Also irgendwann störtet das dann auch mal in gewissen Fällen.
00:11:55: aber trotzdem gilt ja immer noch das Konzept dass bis zum Schluss auch durchgehalten wurde.
00:12:00: es ist eine Hinterbühne und es wird jeden Tag hier hin und her geräumt oder steht jeden Tag irgendwo Material rum.
00:12:05: Es sieht nie ordentlich aus nur In der Minute, wo die Party losgeht oder die Veranstalter.
00:12:13: Da sieht das vernünftig aus danach schon nicht
00:12:16: mehr.
00:12:18: Also Fachplaner an dieser Stelle ist es vielleicht für manche schwierig das zu tun was du als Architekt dir vorstellst oder möchtest?
00:12:26: Ich habe gelesen in einem Interview dass der Fensterbau und so weiter gesagt hat ne so mache ich das nicht und dann habt ihr selbst gemacht!
00:12:32: So kann ich das auch
00:12:33: nicht!
00:12:34: Ja also für den Fachplanern waren wir natürlich eine Zumutung Weil der konnte sich mit diesem operativen Handeln nicht anfreunden.
00:12:43: Dass wir sagen, ja, wir versuchen morgen was und können dir übermorgen sagen wie du da weitermachen kannst.
00:12:48: Das wollte er nicht.
00:12:49: Also musste natürlich im Endeffekt weil das Haus erlaubt gar keine andere herangehensweise
00:12:55: Ihr musstet euch dann trennen Und dann hast Du selber die Fenster eingebaut?
00:13:00: Die große Fassade diese Siste hat natürlich der Fassadenbauer gemacht.
00:13:02: Aber alle Anschlüsse an das Haus oder Die Orte, wo zum Beispiel ein Star-Träger die Fassade durchdringt.
00:13:13: Das kann der nicht ausführen.
00:13:14: Also da haben wir gesagt okay machen wir selber also alle Ecken
00:13:17: z.B.,
00:13:17: alle Gebäudeecken hinter diese Anschmiegen an dieses Gesims völlig unregelmäßig.
00:13:24: das sollte zugemaut
00:13:25: werden.
00:13:26: Das sind ganz faszinierende Details?
00:13:28: Genau
00:13:28: und sowas ist hier hoffenweise entstanden und macht erst das Gebäudee zu dem was es jetzt geworden ist.
00:13:35: Also wenn man es sieht, denkt man sich das ist richtig Handwerks-Kunst.
00:13:38: Das wirklich zu schließen, dich zu kriegen und so dass es gut aussieht?
00:13:42: Genau!
00:13:42: Und das würde dir keinen Handwerker machen weil erstens wird das zum ersten Mal in sein Leben machen und zweitens wird da so viel Arbeitszeit eingebracht.
00:13:51: Das Angebot kann er gar nicht schreiben.
00:13:53: Okay ich meine jeder würde es zum ersten mal machen oder ein Architekt auch.
00:13:57: Ja aber wir haben ja
00:13:58: sowas schon gemacht.
00:13:59: Ja okay.
00:14:00: Das heißt Learning by Doing Übungssache.
00:14:04: Okay, eine Architektur der Ermöglichung.
00:14:07: Das ist übrigens von Florian Hallmeierer.
00:14:09: Der hat das in irgendeinem Text... Ich fand es aber gut, dass er das so sagt!
00:14:12: Also er hat nicht die Architektoraneignungen gesagt.
00:14:16: Ermöglichen ist von uns bestimmt.
00:14:18: Aber Aneignungen finde ich noch viel besser.
00:14:20: Es ist ja nicht intentional entworfen sondern wie gesagt, es sind Arbeitsraumwerkstatträume hinter Bühnen.
00:14:26: Wenig Vorgabe und daher...
00:14:28: Wenige Intention des Entwerfers?
00:14:31: Aber natürlich Intention, wie man sich zum Beispiel die Übereinanderschichtung vorstellt.
00:14:37: Und wie man die Benutzer zur Geltung bringt hier – das ist Intention!
00:14:41: Aber die Ästhetik, dass es hier eine symbolhafte ikonographische Architektur sein muss oder so, das lehnen wir ja ab.
00:14:49: Das findet ihr nicht statt.
00:14:51: Und sonst zwischen alt und neu hast du eher eine Reibung empfunden oder gedacht?
00:14:55: Das ist total super genau dieser Gegensatz.
00:14:59: Die Verbindung von Alt und Neu ist natürlich ein totaler Gewinnen.
00:15:03: Also es macht die Dinge komplex, und zwingt dich auch besondere Lösungen zu entwickeln.
00:15:09: Also Neubau wollen natürlich die Investoren immer gerne machen weil da kannst du wirklich deine Planung vom Top-Down von A bis Z durchziehen ohne nochmal darüber nachzudenken.
00:15:20: also hier musstest Du ja wirklich von Tag zu Tag denken.
00:15:24: Aber so arbeiten wir schon von Anfang an.
00:15:26: Also alles bleibt stehen, jede Ruine jeder Baum und alles wird ausgenutzt um komplexe Architektur zu machen.
00:15:34: Wir kommen zur öffentlichen Wahrnehmung und zum Konflikt der Lesarten, so will ich es mal nennen.
00:15:40: Das ZKU wurde wie eben gesagt mit dem Darmpreis ausgezeichnet – herzlichen Glückwunsch auch nochmal dazu!
00:15:45: So lang ist das ja auch noch nicht her.
00:15:48: Und gleichzeitig wurde es abseits der Fachpresse von Leitmedien massiv kritisiert unter anderem in der FAZ mit Formulierungen Abwesenheit von Schönheit abgestempelt.
00:16:00: Zugespitzt gab es eine Überschrift, die später verändert wurde – verlässlich hässlich!
00:16:05: Das wurde dann aber geändert.
00:16:07: Was bedeutet das für dich wenn Schönheit deinem Haus komplett abgesprochen wird?
00:16:13: Ja ich glaube damit hatte er ja nicht recht.
00:16:16: Es gab jetzt ein Gespräch vom BDR Stuttgart organisiert.
00:16:19: Da war Max Dudler, Jeroen Ragnarztort hier und meine Wenigkeit Und das wurde moderiert von Peter Katschola-Schmal vom DRM Und da gab es tatsächlich diese Fragestellung, was ist Schönheit.
00:16:34: Da haben wir dann irgendwann auch über die Europa-City gesprochen in der Heidestrasse und die wusste gar nicht, das magst du da, der auch gebaut hat?
00:16:40: Hat er aber!
00:16:41: Und aus meiner Sicht sehr kompetenter Architekt, der ja auch schon mal den Dammpreis gewonnen hat wie wir wissen.
00:16:47: Trotzdem gibt's natürlich das Gepanzen in den Ansichten was schöner tatsächlich ist.
00:16:52: Und ich habe es ja gerade erklärt, wie ich das sehe.
00:16:54: Das Schöne hat für mich eher ein Gehirn statt und weniger mit dem Auge.
00:16:58: Das muss also verarbeitet werden.
00:17:01: Für mich ist das ZGO schön.
00:17:04: Wir haben ja jeder einen Vortrag gehalten.
00:17:05: Ich hab drei Bilder gezeigt einmal vom Pantheon dann von Ballhalla alles schön goldener Schnitt und von Gibleansicht des ZGO auch goldener Schnitt.
00:17:16: Das heißt, wir kümmern uns schon um die Ästhetik eines Gebäudes.
00:17:19: Aber das reicht nicht!
00:17:21: Ein Gebäude muss mehr können und es gab ja gerade das Stichwort Aneignung.
00:17:25: Es muss aneignungsfähig sein.
00:17:27: Es muss einen sehr breiten Interpretationsspielraum haben.
00:17:30: Es darf niemanden abweisen.
00:17:33: Egal welches Geschlecht, welche Kultur... Das Gebäuden muss das können oder aufnehmen?
00:17:40: Es muss universell sein und zwar in mehrfachem Sicht.
00:17:44: Ja, dann macht es Spaß das zu benutzen.
00:17:47: Ich meine diese Kritik zielt ja auch darauf ab dass eben ganz fester und enger Begriff von Schönheit dort angewendet wird.
00:17:56: was sagt das für dich über den Architektordiskurs aus?
00:17:59: Und ich mein jetzt außerhalb der Architektor Babbeln.
00:18:03: Also erstmal fand nicht gut dass es diesen Diskurs überhaupt mal gibt.
00:18:06: also ich fand da auch das Treffen gut und wir haben alle drei gesagt du musst öfter stattfinden.
00:18:11: Also diese... Und ich habe übrigens auch da gesagt, dass wenn wir nicht so unterschiedlicher Meinung wären dann wird es ja gar keine Diskussion geben.
00:18:17: Es ist gut das es die gibt und ich mag auch keine Diskussionen wo alle nur nicken und sich freuen, dass sie alle einer Meinung sind.
00:18:23: Das macht ja keinen Spaß!
00:18:25: Aber wie der Architekturdiskurs gerade ist, muss ich ehrlich sagen, ich weiß nicht was da gerade so erzählt wird.
00:18:32: Gibt's
00:18:32: gerade einen?
00:18:33: Ja eben, er ist sehr schwach.
00:18:35: eher und ich finde auch, dass diese Kritik das auch zeigt im Sinne von Einfach mal drüberwischen und sagen, das ist ja nicht schön.
00:18:44: Erschreckend wie hässlich das ist!
00:18:46: Ja aber haben die das damals auch geschrieben über der Stadtschloss?
00:18:51: Ist das jetzt gesichertes Schönheit weil man möglichst genau die alte Passade wieder aufgebaut hat?
00:18:57: Weil die war ja vielleicht mal schön früher.
00:18:59: also das ist ich glaube von der Seite ist es nicht kritisiert worden.
00:19:02: Ich glaube dass wurde nicht so debattiert.
00:19:05: Die Kritik kam ja da aus unserer Architektur Babel.
00:19:08: Es gibt doch Diese Geschichte um den Palastrarubik, der wurde asbestaniert und dann von Künstlern genutzt.
00:19:16: Eine Zwischennutzung.
00:19:17: Das war unheimlich gut!
00:19:19: Das hätte heute noch gut funktioniert.
00:19:20: also so eine Räume braucht die Stadt.
00:19:22: Also so eine Kontrasträume.
00:19:24: neben diesen ganzen... sehr determinierten, sehr überprogrammierten Ecken braucht es auch etwas Loses.
00:19:30: Was entprogrammiert ist was besetzt werden kann so wie das ja auch da passiert ist.
00:19:35: Das ist schade dass man das nicht aushält.
00:19:36: die Hafenstraße in Hamburg hat man nicht ausgehalten Tacheles hat man auch nicht ausgehalten.
00:19:41: und so eine Stadt wie Berlin braucht genau diese Orte Diese Komplexität diese riesengroße Kontraste zwischen den Programmen Die machen statt erst urban und interessant.
00:19:51: Ja Das heißt, da sind wir auch natürlich direkt in dieser Funktion.
00:19:55: Dass ein Architektur eben auch Räume schaffen muss für eine andere Kultur... ...für eine Subkultur, für eine kulturelle Vielfalt.
00:20:03: und wenn das so arg kritisiert wird und alles weggemacht wird kommt ja auch der Verdacht auf dass man keinen Raub
00:20:10: geben möchte.
00:20:10: Dass man das einfach nicht will weil man weiß ja es findet natürlich eine allgemeine Kommunizialisierung statt weltweit ist klar.
00:20:17: aber diese Räumen die nicht kontrolliert werden Die braucht es in einer U-Bahn-Stadt.
00:20:23: Und wie nimmst du dann diese Polarisierung wahr, die zwischen den verschiedenen Polen ist?
00:20:28: Also aus der Architektändenschaft würde ich sagen wird schon allgemein auch danach gerufen dass man sagt wir brauchen konsumfreie Räume für Begegnungen und für die Demokratie.
00:20:38: Die Gesellschaft braucht Räumen, in denen sie sein kann.
00:20:43: Dann kommt aber sozusagen auf der anderen Seite eben die wirtschaftliche Lage, die Ökonomisierung der Räume.
00:20:50: Und wir haben versucht da irgendwie Veränderung reinzubringen und die Polarisierung zeigt sich ja auch genau in der Kritik zum ZKU.
00:20:59: also wie nimmst du die Polarisierung zwischen den verschiedenen Öffentlichkeiten wahr?
00:21:03: Für mich gibt es die Polariierung gar nicht.
00:21:06: man muss sich überlegen... Also die Leute die so unterwegs sind wie wir Wie will Baundi?
00:21:15: Wir sind ja überhaupt gar nicht vergleichbar mit den Leuten auf der anderen Seite, die uns kritisiert.
00:21:20: Also wenn man sich das Bauvolumen anguckt, dann baun die vielleicht hundertmal mehr als wir.
00:21:25: Das ist wahrscheinlich gar nicht so abwegig, dass zu sagen.
00:21:28: Wir sind echt am Rande der Kultur tätig.
00:21:30: Das hat Herr Katzscholarsch mal auch gesagt.
00:21:32: D.h.,
00:21:33: wir bedienen den Rand der Kultur und das ist auch interessant weil da kann man sich etwas freier bewegen.
00:21:38: Wir haben halt keinen Investor im Rücken, der sagt das und muss.
00:21:41: Das haben wir nicht!
00:21:42: Das sind Freigeister hier im ZKU und die meisten Bauherren bei uns kommen aus dieser Ecke.
00:21:46: Sind Künstler oder Geisteswissenschaftler?
00:21:48: Ja, okay.
00:21:49: aber der Wunsch vom Rand der Gesellschaft in die Mitte zu kommen und auch da Einfluss zu nehmen und auch positiven Einfluß zu nehmen, der ist ja auch in unserer Bubble da.
00:21:59: das heißt diese Randphänomene, diese positiven Beispiele wie jetzt das ZKUs sind total wichtig Weil, wie man ja auch sieht an der Kritik, soziale und ökologische Kriterien wurden in der Negativkritik nicht aufgegriffen.
00:22:14: Ja und da muss man wieder sagen das ZKU ist tatsächlich also was wir gemacht haben es wirklich nur dahintergrund weil das Programm machen die hier und das haben wir natürlich sofort verstanden dass das ein sehr sehr wichtiges Programm ist auch für den Kids hier im Moabit und deswegen was wir vorhin besprochen haben mit den entprogrammierten Räumen.
00:22:34: ich würde mich da gar nicht so einen Mischen was da drin passieren soll.
00:22:38: genau das muss offen bleiben.
00:22:40: Wenn man muss diese Räume haben, so wie Stachelis war oder Palastropublik weiß jetzt nicht wie das funktioniert hat.
00:22:48: mir hat es jedenfalls vom Konzept ja sehr gut gefallen dass man diese Immobilie zu frei nutzt und da würde ich so wenig wie möglich vorgeben also zum Beispiel von Senatzeit.
00:22:58: Also wir Architekten können sowieso übrigens gar nichts vorgeben.
00:23:01: Wir können ja wirklich nur das Haus bauen und der Rest passiert dann einfach, aber deswegen sind wir verpflichtet universelle Orte zu schaffen also die noch in dreißig vierzig fünfzig Jahren wunderbar funktionieren weil sie aneitungsfähig sind auch umbaufähig usw.
00:23:20: Wie ist es für dich mit den knappen Budgets?
00:23:23: Also Strategien der Wiederverwendung ist klar, hast du auch schon gesagt.
00:23:27: Also würde ich interessiert eher ökonomische Hintergrund dieser Art des Bau und sage mal Selbstbau auf eine Konstruktionen sind ökonomische Zwänge für dich also weniger Konflikt beladen keine Einschränkung sondern etwas was für Dich ein Auslöser regelrecht ist für gute neue Lösungen?
00:23:48: Also erstmal wenn ich krankhaft optimist Für mich ist entscheidend, dass ich mich mit einem Ort oder ein Gebäude beschäftigen darf.
00:23:57: Ich frage jetzt nicht sofort wie viel Geld habt ihr eigentlich?
00:24:01: Weil irgendwas ist immer möglich und natürlich weiß man wenn man wenig Geld hat muss man noch mehr nachdenken und noch mehr entwerfen bis es endlich auch vom Finanzen her passt.
00:24:13: Das ist auch ein interessanter Gedanke.
00:24:15: Wenn man viel Geld hat neigt man
00:24:17: eher zur
00:24:19: Gedankenlosigkeit.
00:24:23: Ich glaube, die mit viel Geld haben auch ein Problem.
00:24:25: Die müssen jetzt ja überlegen wie sie den ganzen Luxus da jetzt sinnvoll verbrauchen.
00:24:32: Das
00:24:33: ist ja
00:24:33: auch ein großer Zwang.
00:24:34: Dramatischer
00:24:35: Zwang auf jeden Fall auch?
00:24:37: Ja ich glaub schon!
00:24:39: Ich kann da aber gar nicht mitreden weil wir das noch nicht hatten bisher.
00:24:43: Da kriegt man fast Mitleid mit sehr reichen Menschen, weil die tatsächlich in diesen Sphären halt sind und dann gelten ganz andere Regeln.
00:24:50: Und das ist auch ein
00:24:51: schöner Druck!
00:24:52: Die gehen auch mit Angst ins Bett, sie haben Angst morgens aufzuwachen bis Geld ist weg.
00:24:59: Wie schön dass man das selbst nicht haben muss als Architekt.
00:25:04: Also gut, Kostenkonstruktionen nutzen müssen immer wieder neu ausgehandelt werden, das kann man ja schon
00:25:08: sagen... Aber diese Sache mit den Kosten
00:25:12: kein großes
00:25:12: Thema.
00:25:13: Weil wir sind bisher immer irgendwie klargekommen damit
00:25:15: und... Ja, also das ist für dich auch jetzt nichts was unvereinbar erscheint sondern du sagst es gibt immer eine Lösung?
00:25:23: Es gibt ja mal eine Lösung!
00:25:24: Jetzt haben wir natürlich das Problem dass die Kosten so unheimlich gestiegen sind durch Corona den Ukraine Krieg.
00:25:28: und jetzt gibt es tatsächlich Leute die das gar nicht mehr können.
00:25:31: Die können auch keine Lobudget-Haus mehr bauen.
00:25:33: Lobudjet hat sich auch erhöht.
00:25:35: logischerweise die Materieien sind teuer geworden.
00:25:36: alles mögliche
00:25:38: selbst bauen mit gebrauchten Bauteilen.
00:25:40: Siehst ihr hier, wir haben ja viele gebrauchte Bauteile verwendet.
00:25:44: Kostet trotzdem alles doch Geld?
00:25:46: Ich brauche eine Heizungsfirma, ich brauche ein Elektriker, ich brauch also auch Firmen die wir nicht abdecken können.
00:25:50: Also den Rohbau machen wir auch nicht so oft selbst.
00:25:53: Also nur wenn es ein Holzgebäude ist zum Beispiel oder so.
00:25:55: Also hier natürlich auch Opfer.
00:25:57: und ja die Decken haben wir selber aufgesetzt.
00:25:59: Die Decken platten weil die Firma das nicht konnte.
00:26:02: Die haben das zwar angeboten dann kamen die angeliefert und haben sie gesagt geht nicht.
00:26:06: Dann haben sie drei Platten aufgelegt, dann lagen die schief und nur zwei Zentimeter Auflage.
00:26:11: Das sind ja Hohldecken, die brauchen mindestens zehn Zentimeter.
00:26:14: Und dann haben wir gesagt alles klar wie machen das selbst?
00:26:17: Dann haben wir von den fünf Leuten zwei genommen und ich habe das mit dem Kollegen denn hier selber aufgelegt.
00:26:23: Es geht schnell, es ist eine Fertigdecke!
00:26:26: Also die Platten kommen geliefert und werden dann Reihe und Glieds... Mit den richtigen Auflagen, dass ist das Wesentliche dabei aufgelegt.
00:26:35: Ich gucke auch gerade auf eine Schultafelwand, also die Verkleidung der Trennwand ist aus Taffeln.
00:26:43: Ja es gibt dem Trend dass die Schulen auf digitale Tafeln umstellen und fast wie neu aussehen in den Tafelen werden dann in ein Lager gebracht, in Brandenburg da kann man sich die Tafel holen, man muss nur den Transport bezahlen und dann hat man eine Wandplatte, also eingespart an Wandplatten hier im Obergeschoss durch diese Tafeln.
00:27:07: Und das Gute ist, es ist magnetisch und man kann natürlich jeden Tag was rauskritzeln, das haben wir auch gemacht.
00:27:13: Jeden Morgen einen anderen Philosophenspruch.
00:27:15: Das
00:27:17: ist schön grün!
00:27:18: Genau, jetzt gibt's natürlich noch ein paar Holzplatten.
00:27:20: also ein schöner Kontrast.
00:27:22: Also die Weiterentwicklung der Nutzung ist für dich kein Problem, wie ich noch fragen wollte.
00:27:27: Du siehst auch keinen Konflikt wenn die Leute dann mit deinem Haus eben das machen was Sie damit machen wollen?
00:27:33: Doch doch es gab auch schon so Fälle da haben die das denn umgebaut.
00:27:36: aber ich bin mir sofort im Klaren dass ich da gar keine... großen Rechte habe.
00:27:41: Es gibt zwar das Urheberrecht, aber das muss man auch erstreiten.
00:27:44: Das lassen wir dann noch lieber...
00:27:45: Also das ist dann wiederum ein neuer Konflikt den man dann aufmachen würde.
00:27:49: und da sagst du dir...
00:27:50: Den gehen wir gerne aus dem Weg!
00:27:53: Wir sind konfliktscheu!
00:27:56: Bist du mit deinen Projekten denn ganz zufrieden
00:27:58: immer?
00:27:59: Ich bin eigentlich nie zufriedene, aber man kann ja
00:28:01: eh nichts mehr machen.
00:28:02: Kann man dann besser Kritik vielleicht auch aushalten wenn man selber sagt Ja ich bin ja selber nicht zufriedenen Du bist dadurch vielleicht weniger empfindlich.
00:28:09: Also die Kritik, die jetzt kam, die war gut.
00:28:14: Die fanden wir gut, dass das kommt.
00:28:16: Ja?
00:28:17: Also wegen der Debatte
00:28:18: jetzt oder... Ja, wegen der Debate.
00:28:19: und auch ist es doch immer gut wenn Architektur was entfacht.
00:28:24: Weißt du, was als Schandfleck im Stadtbild angeprangert wurde?
00:28:29: Weiß ich nicht!
00:28:30: Das Sontro-Pompidou in Paris.
00:28:33: Siebenundsiebzig.
00:28:34: Das hat viele vom Kopf gestoßen.
00:28:35: Dass das Innere nach außen gestübt wurde Die Rohre, die ganze Technik ist halt so wenig differenziert.
00:28:43: auch die Kritik.
00:28:44: Man muss es ja nicht schön finden wenn man jetzt irgendwie Zuckerbecker-Architektur mag und sagt oha sowas geht nicht.
00:28:50: aber können diese Dinge nicht nebeneinander bestehen?
00:28:53: also warum beschwert man direkt einen Untergang von etwas
00:28:56: herauf?
00:28:56: Aber wir beide wissen ja dass sich diese Komplexität dieser Kontraste müssen direkt nebeneinerstehen.
00:29:02: Das ist ganz wichtig für eine Stadt.
00:29:04: Wir haben einen Zählendorf gebaut für Nikolas Kunhard, ein Anbau für seine Tochter.
00:29:09: Den haben wir Gold gemacht!
00:29:11: So eine Idee gehabt, das ist so ein Viertel wo Leute Geld haben und er hat das Haus ja von seinem Vater bekommen.
00:29:17: Alles klar war die Eichbluss nicht reich aber die Gegend darunter um es mit sehr schönen Billen besetzt und soweit und da haben wir so ein goldenes Haus gebaut für die Tochter um das nochmal auszudrucken dass wir wollen jetzt hier auch mal ein bisschen zeigen was wir können.
00:29:29: Das waren natürlich bloß Messing, ist klar!
00:29:32: Das hat uns gefallen und wir wurden dann noch angesprochen ob wir Deutsch sprechen?
00:29:36: Wir haben ja da gearbeitet.
00:29:38: Die dachten, wir sind aus Polen und die brauchen auch einen Anbau.
00:29:42: Dann sollten wir bei denen irgendwie so was Ähnliches machen.
00:29:44: Das war eine ganz gute Erfahrung.
00:29:46: aber auch da ist das ein Kontrast, was wir da gemacht haben und es hat eigentlich zu etwas Positiven geführt also auch zum Dialog.
00:29:52: Genau, Dialog dass man sich gegenseitig zuhört und auch verschiedene Strömungen nebeneinander akzeptiert.
00:29:58: Genau!
00:29:59: Und das Haus das animiert.
00:30:00: Also die Architektur muss einfach inspirieren, das ist wichtig Und es soll nicht das ewig gleich hier wiederholen.
00:30:05: Ich habe auch in Stuttgart gesagt, dass auch das Experiment ist bei so einem Haus immer Pflicht!
00:30:11: Weil es ist zu viel Arbeit die da reingesteckt wird und wenn man das vermeidet entsteht ja gar kein neuer Diskurs.
00:30:18: Also es muss immer experimentiert werden in nutzungsspezifischen Gründerisorganisationen Material alles mögliche.
00:30:25: also es ist ein breites Fach was Architektur einen da anbietet.
00:30:28: Ja absolut Hat dieser ganze Diskurs?
00:30:30: Du hast ihn ja jetzt begrüßt.
00:30:32: Genau, diese Meckerei fand ich gut!
00:30:34: Hat das seine eigene Position gestärkt oder in irgendeiner Form verändert?
00:30:37: Nö, glaub nicht... Ich war nur angenehmer Brass, dass die Unterhaltung mit Max Duhler auch gut war, auch mit Joron Ragnis da hier auch sowieso.
00:30:51: Es ist interessant wenn Leute dieses Fass, die sich so sehr weit voneinander entfernt haben in ihrer Ästhetik zusammenkommen und darüber reden.
00:30:59: Das ist gut!
00:31:00: Würdest du sagen dass diese...
00:31:02: ich will das jetzt
00:31:03: mal abtacken nennen, die es da sowas den Leitmedien gab euch zusammengebracht
00:31:07: hat?
00:31:07: Also zusammen gebraucht hat uns ja der BDA um das jetzt einmal ganz stark hart erhofft zu erklären und die haben dann auch Peter Katschularsch mal Gebeten die Moderation übernehmen.
00:31:17: Es hat er auch sehr gerne gemacht.
00:31:18: Der kann das ja auch gut.
00:31:20: Ja ansonsten waren glaube ich auch alle irgendwie froh, dass das entstanden ist.
00:31:27: Das war ja voll der Saal da!
00:31:29: Die haben zu mir gesagt so voll war es noch nie.
00:31:31: also alle wollten sich das auch anhören und das ist gut, dass über Architektur in dieser Art und Weise diskutiert wird und nicht jeder einfach nur seine Projekte vorstellt.
00:31:40: Es wird schon seit einigen Jahren sogar schon Jahrzehnten kann man sagen beklagt das die Architektorkritik und der Streit, dass alles immer mehr abnimmt.
00:31:48: Ja das stimmt... Keine richtigen politischen Positionen mehr im Fach.
00:31:54: Also die reden wirklich alle nur noch über Fassaden, Rasta oder Hans Stimmern hat das auch falsch gemacht muss man sagen da ging es ja eigentlich auch nur um das steinische Berlin mit stehenden Formaten und so weiter.
00:32:07: Ja und da wurde viel zu wenig übers Programm
00:32:09: gesprochen.
00:32:10: also was will Berlin eigentlich?
00:32:12: wem?
00:32:13: Will Berlin eine Bühne bieten usw.
00:32:15: Das wurde alles gar nicht... In dem städteboligen Konzept war das gar kein Thema, das ist natürlich unheimlich falsch gelaufen.
00:32:24: Also in dem Sinne ist es durchaus ein total positiver Konflikt.
00:32:29: etwas Gutes vielleicht hat es jetzt losgetreten wieder ins Leben gerufen.
00:32:34: München eine sehr feine Stadt auch eine teure Stadt.
00:32:37: dass da dieses Haus entstanden ist von Italien Das muss man sich auch mal überlegen, wie das klappt und durfte.
00:32:44: Wenn es ein Paar so weit gewesen wäre oder so dann würden die denken ja das ist Architektur und Architekten oder so.
00:32:50: in München ist das eine ganz andere Nummer.
00:32:51: also ist das kontextuell genau richtig.
00:32:54: dort
00:32:54: Also auch durchaus ein provozierender Faktor.
00:32:57: Ich glaube die haben's gar nicht auf Provokation angelegt.
00:32:59: Es wird aber jetzt als Provokations empfunden.
00:33:01: Man fühlt
00:33:02: sich trotzdem provoziert.
00:33:03: Ja wir haben sie hier auch nicht auf Provokation eingelegt.
00:33:07: Du gehst ja nicht hin zum Schreibtisch und sagst, jetzt werde ich mal provozieren.
00:33:10: Das fand ich auch sehr interessant weil man findet auch null Provokation wenn man hier ist.
00:33:16: ganz im Gegenteil.
00:33:18: ein sehr offenes liebevolles Haus umso interessanter das Menschen sich provoziert fühlen.
00:33:25: Waren die denn eigentlich alle hier kritisiert haben weißt du?
00:33:28: Ich glaube nicht.
00:33:31: Eigentlich sollte das verboten werden.
00:33:34: Dass man über Gebäude redet, die man nicht gesehen
00:33:36: hat?
00:33:36: Sagen wir so... Das mache ich auch!
00:33:38: Aber wenn man so drüber herzieht, sollte man vielleicht vor Ort gewesen sein.
00:33:43: Herr Kratzschola-Schmaer hat gesagt, dass wir haben ja Bilder da hingeschickt.
00:33:49: Man wird ja nominiert für den Preis und kann sich an die Bewerben.
00:33:51: Die sagen dann Bescheid, schick mal diese Unterlagen rüber.
00:33:55: Wir waren ja noch gar nicht fertig.
00:33:57: Dann haben wir so mit Bauzaun-Bilder hingeschickt und so weiter, aber die Kuratoren, die das ausgelöst haben waren schon hier während der Bauzeit.
00:34:04: Also sie haben das Wachsensehen usw.
00:34:05: Und die wollten es auch unbedingt haben, was ich übrigens bis heute nicht verstehe.
00:34:12: Da hat Katschola Schmarr gesagt, dass das Gebäude lässt sich über die Bilder gar nicht erklären!
00:34:17: Wie willst du die Interferenzen erklären?
00:34:19: Da hätten wir so ein Theaterstück aufhören müssen, rennt man durch die Kamera, renn mal darin.
00:34:24: So kann man ja die Energie des Gebäudes erst überhaupt ablesen.
00:34:27: Das geht mit dem Fotos schlecht.
00:34:28: Ja.
00:34:30: Dann kam jetzt zum Schluss das ja eben gesagt dass ArchitektInnen sozusagen keinen Einfluss auf das Programm haben.
00:34:37: Nichtsdestotrotz ist es natürlich trotzdem einen Wunsch auch da vielleicht Einfluß zu nehmen und sagen lasst uns eben diese Räume bieten.
00:34:47: Welche Rolle siehst du dafür Architektinnen und welche Rolle haben in deinen Augenarchitekten, um sich da einzumischen?
00:34:53: Also ganz stimmt es nicht!
00:34:54: Wir haben schon auch Einfluss auf das Programm.
00:34:57: bei der Heiterstraße glaube ich nicht so viel Einfluß weil das einfach zu Investitionsgeladen war das Ganze.
00:35:03: aber wir haben zum Beispiel mal einen alten Stall also jemand überredet aus einem alten Stall ein Kino zu machen dann das Dach abgenommen, das alte und dann ein neues Raufgebaut um den Raum zu erhöhen.
00:35:14: Und natürlich muss es auch sowieso saniert werden.
00:35:17: oder sind wir in Eigenleistung gemacht.
00:35:19: Das hat er also.
00:35:19: für die Bauherren ist der Kühlungverein kann ich ruhig sagen.
00:35:23: Es ist ein gemeinnütziger Verein der Kultur macht sehr gute Kulturarbeit macht und da haben wir dann einen Dach insgesamt vielleicht drei viertausend Euro aufgesetzt für einen riesen Raum.
00:35:35: Wir haben ja früher auch Filme gemacht.
00:35:37: zurzeit habe Das finde ich die Zeit nicht dafür.
00:35:40: Und ich habe auch einen Film da schon gezeigt, klar!
00:35:43: Aber seit zehn Jahren mache ich das gerade nicht und die machen aber jetzt die ganze Zeit ein unheimlich gutes Filmprogramm auf dem Land.
00:35:50: Ja?
00:35:50: Und es geht nur weil...
00:35:51: Weil der Raum da ist.
00:35:52: Der war billig.
00:35:53: also sie brauchen jetzt keinen Kredit abzahlen.
00:35:56: Die haben halt diesen Raum jetzt.
00:35:57: Wir haben das ja auch mit dem Deal gemacht, der jetzt nicht schriftlich fixiert ist sondern abgesprochen.
00:36:03: wenn ich einen Film zeigen will darf ich Und da haben wir natürlich mit entschieden, was passiert und der Ausnutzung unserer Arbeitskraft.
00:36:13: Ja.
00:36:13: Der eigenen.
00:36:14: Also kann man schon festhalten... Man kann versuchen Wege zu finden Möglichkeiten um doch zu sagen ich sehe da Potenzial etwas zu verändern, Raum zu bieten.
00:36:28: Ihr habt da was?
00:36:29: Da kann man was daraus machen so sich einmischen.
00:36:32: Genau!
00:36:32: Man muss immer sagen selbstbau ist nicht per se eine Qualität.
00:36:36: das heißt jeder kann selbst bauen und er kann auch Blödsinnigkeiten bauen oder Hässlichkeiten oder weiß ich was.
00:36:41: alles Das wird ja nur benutzt bei uns zum Beispiel um die Finanzen in den Griff zu kriegen.
00:36:48: Also bei dem Kino zum Beispiel war das dann ganz umsonst.
00:36:51: nur das Material, er hat Geld gekostet.
00:36:53: Und hier beim Zeitgeum muss man sagen wir waren ja absolut limitiert mit dem Budget.
00:36:57: Wir haben ja für zweitausend Euro gebaut.
00:36:59: am Ende und diese Details da, das kostete das zehn-zwanzig Fahre, wenn es eine Firma macht.
00:37:05: Wenn wir alle Details nicht gemacht hätten, werden sie gestandelt.
00:37:08: Dann wäre es nie fertig geworden und das wollen wir natürlich nicht!
00:37:11: Kannst du so was dir vorstellen nochmal
00:37:14: zu machen?
00:37:14: oder kann man sowas wirklich nicht so oft machen?
00:37:16: Ich kann es noch machen, aber irgendwann kann ich das körperlich nicht mehr machen.
00:37:19: Das ist ja klar!
00:37:20: Aber jetzt geht's noch.
00:37:21: Also es gibt mir noch zehn Jahre... Ich werde jetzt nicht anfangen, nur im Büro zu sitzen.
00:37:28: Das kann ich gar nicht.
00:37:29: Und was die ganze Organisation und die Struktur, die Budgetierung angeht, das könntest du dir noch mal so vorstellen?
00:37:35: Ja!
00:37:35: Konflikte hin oder her aber gerne eine Diskussion und Debatte wieder anstoßen wahrscheinlich auch
00:37:40: auf jeden Fall.
00:37:41: Blöden Satz gesagt, wir schaffen Probleme um sie danach zu lösen.
00:37:45: Das ist natürlich Blödsinn!
00:37:46: Wir schaffen keine Probleme aber wir lösen dann die Probleme.
00:37:50: und Barz and Brock sagt immer man kann keine Probleme lösen, man kann sich nur bemeistern.
00:37:55: Die sind nach wie vor da aber Sie sind aushaltbar und das ist wahrscheinlich richtig.
00:38:00: Klasse vielen Dank für das Interview Peter Grundmann.
00:38:03: Ich danke.
00:38:03: Das war Konflikträume, der Baunetz Campus Podcast präsentiert von AIA!
00:38:09: Wir freuen uns wenn ihr beim nächsten Mal wieder rein hört und wenn ihr eine Bewertung da lasst.
00:38:14: Redaktion Sorana Radulescu & Katharina Lux.
00:38:17: Veröffentlichung Katharina lux.
00:38:19: beide Baunets Campus Moderation und Audioproduktion.
00:38:23: ich Kerstin Kunekat Berlin.
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